Neue Projekte

Aktuell schreibe ich an zwei Stories, beide noch ohne Titel. Aus einer davon möchte ich Euch gerne ein Häppchen vorstellen:


 

Irgendwann am nächsten Morgen kam ich halbwegs zu mir. Mein Kopf dröhnte, und als ich vorsichtig blinzelte, stöhnte ich leise. Die Helligkeit fuhr schmerzhaft in meinen Kopf und ich schloss die Augen schnell wieder.

Das nächste, was ich wahrnahm, war ein fremder Arm, der um meine Brust geschlungen war. Auch dass da hinter mir ein Körper lag, der sich an mich drückte, stellte ich mit wachsendem Entsetzen fest. Oh mein Gott, was hatte ich gemacht? Was war gestern Nacht noch passiert? Wer um Gottes willen lag da hinter mir in… ich öffnete kurz die Augen – ja, in meinem Schlafzimmer und in meinem Bett?

Mit einem panischen Aufschrei stürzte ich trotz meines Brummschädels aus dem Bett, was mir überhaupt nicht gut bekam. Stöhnend wandte ich mich um und sah … Jobert, der senkrecht, mit schreckgeweiteten Augen in meinem Bett saß und mich mit offenem Mund anstarrte.

„Was in drei Teufels Namen machst du in meinem Bett?!“ schrie ich ihn erbost an.

„Hey! Hallo! Komm wieder runter, du wolltest es so! Bist du eigentlich verrückt geworden mich so zu erschrecken? Ich hatte fast ’nen Herzinfarkt“, maulte Jobert mich an.

„Ich wollte es so?“, fragte ich entgeistert und schaute ihn ungläubig an.

„Ja! Ich wollte auf dem Sofa pennen aber du wolltest, dass ich bei dir bleibe und hast dich an mir festgekrallt!“ Jetzt grinste er mich auch noch frech an.

Ich schlug die Hände vors Gesicht und stöhnte laut: „Oh mein Gott!“ Dann sah ich wieder hoch und richtete voller Entsetzen den Blick auf ihn, nachdem sich ein Gedanke in mir manifestiert hatte. „Und du hast das natürlich gleich schamlos ausgenutzt, oder?“, fauchte ich ihn an.

„Wie ausgenutzt?“, fragte er mich allen Ernstes mit unschuldiger Miene. Doch gleich darauf überzog ein unverschämtes Grinsen sein Gesicht. „Ach so, ja klar! Ich hab’ dich heute Nacht stundenlang durchgefickt, müsstest du eigentlich spüren, oder nicht?“, antwortete er mit Unschuldsmiene.

Ich sah ihn völlig schockiert an und gleichzeitig bemerkte ich, dass da hinten nichts zu spüren war.

„Ahhh … tut’s sehr weh?“, fragte er mich scheinheilig. Er ahnte wohl, dass ich gerade gedanklich meinen Körper untersuchte.

„Du Idiot“, knurrte ich ihn immer noch wütend an. „Sag mir jetzt bitte, dass da nichts war!“

Er schaute mich mit einem undefinierbaren Ausdruck in den Augen an. „Nein, es war nichts, ich habe nur neben dir geschlafen!“, bestätigte er mir. „Aber die Vorstellung, dass was gewesen sein könnte, muss ja wirklich grauenvoll für dich sein, so wie du dich aufführst!“, setzte er mit einem leicht sarkastischem Ton nach, stieg ebenfalls aus dem Bett und ging wortlos an mir vorbei ins Bad.

Ich war gerade dabei, den Frühstückstisch zu decken, als plötzlich die Wohnungstür zuknallte. Er war doch wohl jetzt nicht ohne ein Wort und ohne Kaffee gegangen? Ich rannte zur Tür und rief ins Treppenhaus: „Jo? Wieso gehst du jetzt? Willst du nicht mit mir Kaffee trinken?“

„Nein danke!“, schallte es zurück. „Such dir jemanden, dessen Anwesenheit dir sympathischer ist als meine!“ Gleich darauf fiel die Haustür unten ins Schloss.

Scheiße, das hörte sich ziemlich sauer an! Anscheinend hatte ich seiner Meinung nach überreagiert. Aber ich war wirklich geschockt, neben ihm im Bett aufzuwachen. Das hat es in all den Jahren unserer Freundschaft noch nie gegeben. Allerdings war ich auch noch nie so besoffen wie heute Nacht. Da musste ich mir wohl was einfallen lassen, um ihn wieder zu besänftigen.

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